Augenhöhe-Beziehungen

In einer Abteilung wird deutlich, dass Ihre Mitarbeitenden unzufrieden sind.

Typischer Lösungsversuch

Situation

Die Managerin möchte etwas gegen die Unzufriedenheit unternehmen, da sie ja weiß, dass nur zufriedene Mitarbeitende entsprechende Leistung zeigen. Deshalb stellt sie sich die Frage: "Wie kann ich möglichst schnell zu einer größeren Zufriedenheit bei meinen Mitarbeitenden beitragen?"

Lösungsansatz

Die scheinbar logische Antwort: eine Gehaltserhöhung. Im Rahmen des gehaltlich Möglichen (und weil das letzte Jahr recht erfolgreich war), kann sie einen Sonderbonus für alle durchsetzen. Nach anfänglicher Freude kehrt schnell wieder Ernüchterung ein. Schon nach 4 Wochen ist die Stimmung wieder gekippt: Die Unzufriedenheit macht sich wieder bemerkbar, die MA streiten sich häufig, arbeiten ineffizient und vermeide eine effektive Zusammenarbeit. Resigniert muss die Managerin feststellen, dass alles nichts gebracht hat. Aber sie hat schon die nächste Idee, um die Unzufriedenheit zu bekämpfen: eine Betriebsfeier.

Stopp!

Wie gestalte ich gesunde Beziehungen nachhaltig?
Die Managerin vermutet hinter der Unzufriedenheit ein tiefer liegendes Problem. Sie spricht mit vielen Leuten und stellt fest, dass die Ursache eine Folge überheblicher Beziehungen ist. Manche Kollegen/innen agieren arrogant, Wissen wird nicht geteilt, es herrscht ein Klima des Siegens und Verlierens. Die Führungskraft beschließt, das Thema anzupacken, indem sie offene Gespräche stimuliert,
überhebliches Verhalten öffentlich anspricht, wertschätzende Beziehungen vorlebt, das Gemeinschaftsgefühl durch das Formulieren gemeinsamer Werte, Regeln und Sinn stärkt sowie das Verhalten von Einzelkämpfern sichtbar sanktioniert. Langfristig ist dieses Vorgehen deutlich erfolgsversprechender und nebenbei auch kosteneffizienter.
  • Wertschätzung30
  • Informationsaustausch25
  • Transparenz15
  • Meinungsunterschiede50
  • Beziehungsqualität20

Lösungen

Wann sprechen wir von Augenhöhe-Beziehungen?

Beziehungen beschreiben die Art und Weise, wie die Kommunikation innerhalb der Organisation und an den Schnittstellen nach außen abläuft. Beziehungen sind Teil der Kommunikationskultur, in Kommunikationsstrukturen ablesbar und durch Kommunikationsprozesse geregelt. Im Innern gestalten sich Augenhöhe-Beziehungen durch Kooperation, wechselseitiges Vertrauen und Unterstützung, Engagement und positiver Darstellung des Unternehmens. Im Außen in der Qualität der Interaktion mit den Anspruchsgruppen durch einen fairen Umgang miteinander, der Einhaltung von „Compliance-Regeln“, der Anerkennung von Vielfalt, durch langfristige Partnerschaften sowie der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

Wie werden Beziehungen "gesund" gestaltet?

Werteorientiertes Handeln als explizites Leistungskriterium wird anerkannt. Dabei hilft das Konsultationsprinzip. Führung lebt Augenhöhe-Beziehungen vor. Die, aufgrund der zahlreichen, unterschiedlichen Interessenslagen entstehenden Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, werden aufgedeckt und aufgelöst. Dabei helfen Verhaltensleitlinien für alltägliches Handeln, die bedeutsam sind und kulturell verankert werden.